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Januar 2013: DAV Tagung in Mayerhofen


In 2013 fand die 31. DAV Tagung wieder mal in Mayerhofen statt und zwar in dem neu gebauten Kongresszentrum. Ausrichter waren Prof. Dr. med. Hans Anton Adams, Prof. Dr. med. Hans-Oliver Rennekampf und Dr. med. Andreas Jokuziers, alle von der Medizinischen Hochschule Hannover. Prof. Rennekampf ist zwischenzeitlich an das Verbrennungszentrum in Aachen gewechselt. Die ersten zwei Tage schneite es komplett durch, so dass sich die Anreise von mir und unserer Kassenwartin schon etwas schwieriger gestaltete.

Die schöne Eröffnungsfeier fand im Kongresszentrum statt, was trotz des vielen Schnees leicht zugänglich war. Allerdings fiel der Hüttenabend auf der Tristenbachalm wegen Lawinengefahr aus. Schnell wurde umgeplant und zumindest das Essen fand im Kongresszentrum statt, was die Stimmung allerdings etwas schmälerte. Der Tiroler Abend in der Erlebnissennerei war dafür wirklich ein Erlebnis. In einer Fackelwanderung stapften wir gemeinsam durch den Schnee dort hin und konnten nach und nach den Sennereibetrieb besichtigen. Das anschließende Essen war gut und die Stimmung so gut, dass angeregt durch die Coverband Rat Bat Blue, die Tanzfläche innerhalb kurzer Zeit überfüllt war. Das wissenschaftliche Programm hatte es wie immer in sich und war sehr interessant. Oberarzt Lemke hat sich wieder mal mit dem Thema Kühlen nach Verbrennung befasst. Er fordert verbindliche einheitliche Empfehlungen der DGV. Aus Offenbach wurde über die Verbrennungsgefahr in der Sauna berichtet. Menschen mit Vorerkrankungen im kardiologischen oder neurologischen Bereich, sowie nach Alkohol oder Medikamenteneinnahme, könne n in der Sauna einen Hitzeschock sowie Verbrühungen erleiden. Medical Needling wird derzeit als Korrekturbehandlung bei hypertrophen Verbrennungs-narben zur Verbesserung der Hautelastizität am Malteser-Krankenhaus in Bonn, von Dr. Matthias Aust angeboten und über DRG abgerechnet. Es wird damit außerdem eine Neupigmentierung und subjektive Verbesserung der Patientenzufriedenheit erreicht. Außerdem wird untersucht, ob das Anabolika Oxandrolon dem Muskelabbau nach Verbrennung entgegen wirkt und so den Krankenhausaufenthalt verkürzen kann. In einer ersten Untersuchung konnte nachgewiesen werden, dass Brandverletzte einen Vitamin D-Mangel entwickeln. Zum ersten Mal hat Dr. Gho einen Vortrag über Verbesserung des Haar-restaurierungsverfahrens bei Verbrennungen gehalten. Er führt eine Haarzelltransplantation durch und empfiehlt diese für Brandverletzte, weil auch Narbenareale mit dieser Methode wieder behaart werden können. Es ist dazu keine Vollnarkose nötig. Ob allerdings unsere Krankenkassen diese Behandlung finanzieren, ist im Einzelfall auszuhandeln. Insgesamt war auch diese Tagung für uns eine gute Möglichkeit zum Ausbau und Pflege unseres Netzwerkes.

 

Petra Krause-Wloch

 

 

 

 

/Stand: 23.01.2015 Karl-Wilhelm Steinmann